Schutz von Schwangeren und Neugeborenen vor Atemwegsviren

Eine Schwangerschaft bringt erhebliche physiologische Veränderungen mit sich, die die Anfälligkeit für Atemwegsinfektionen wie Influenza (Grippe), COVID-19 und das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) erhöhen können.

Diese Viren stellen ein größeres Risiko für Schwangere und ihre ungeborenen Kinder dar und können zu schweren Erkrankungen, Krankenhausaufenthalten und Frühgeburten führen.

Während der Schwangerschaft ist das Immunsystem unterdrückt, um den Fötus zu schützen – das erschwert es dem Körper der Schwangeren, Infektionen zu bekämpfen.

Diese abgeschwächte Immunabwehr bedeutet, dass eine Virusinfektion den Körper zusätzlich belastet und den Nährstoff- sowie Sauerstofffluss zum Fötus beeinträchtigen kann – damit steigt das Risiko für Komplikationen.

Impfungen schützen Elternteil und Kind

Um diese Risiken zu senken, raten Fachleute dringend zu Impfungen. Impfstoffe gegen Grippe, COVID‑19 und RSV gelten als sicher und wirksam – sowohl für Schwangere als auch für deren Babys.

Eine Immunisierung verhindert schwere Krankheitsverläufe bei der Mutter und überträgt schützende Antikörper über die Plazenta, sodass das Neugeborene während der ersten Lebensmonate – bevor es selbst geimpft werden kann – einen wichtigen passiven Immunschutz erhält.

Das American College of Obstetricians and Gynecologists (ACOG), ein führender US-amerikanischer Fachverband für Gynäkologie und Geburtshilfe, gibt Empfehlungen zu Impfzeitpunkten während der Schwangerschaft heraus.

Empfohlen wird außerdem, dass auch Personen im direkten Umfeld der Schwangeren – etwa Partner*innen oder andere Kinder – geimpft sind, um ein schützendes Umfeld zu schaffen.

RSV-Impfung: eine zusätzliche Sicherheitsschicht

Die RSV-Impfung wurde 2023 für den Einsatz in der Schwangerschaft zugelassen und wird in der Regel zwischen der 32. und 36. Schwangerschaftswoche verabreicht – so kann die maximale Antikörpermenge an das Kind weitergegeben werden. Diese neue Sicherheit ist besonders wichtig, da RSV bei Neugeborenen schwere Atemwegserkrankungen hervorrufen kann.

Schwangere, die während einer Infektion Symptome wie Fieber, Husten, Atemnot oder Brustschmerzen bemerken, sollten zeitnah ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Eine Beratung durch medizinisches Fachpersonal ist entscheidend, um den individuell passenden Impfplan zu finden und auf persönliche gesundheitliche Fragen einzugehen.