Eine Studie zu Frauen, die während der Flut 2011 in Queensland schwanger waren, ergab, dass diejenigen mit einer kontinuierlichen Betreuung durch eine feste Hebamme deutlich geringere Werte für postnatale Depressionen und Angstzustände angaben. Die Forschenden verglichen die Ergebnisse von Frauen in Hebammen-Gruppenpraxen (MGP) mit denen, die die übliche Krankenhausversorgung erhielten. Das MGP-Modell, bei dem eine einzige Hebamme während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett durchgängig betreut, schien vor stressbedingten psychischen Problemen nach der Katastrophe zu schützen.
Selbstauskünfte während der Schwangerschaft sowie sechs Wochen und sechs Monate nach der Geburt zeigten: Höherer Stress hing bei Frauen in der Standardversorgung mit höheren Raten von Depressionen und Angst zusammen. Frauen im MGP-Modell hingegen behielten auch unter erheblichem Flutstress eine stabile psychische Gesundheit. Die Auswertungen belegen, dass die Art der Geburtshilfe die mentale Verfassung beeinflusst und dass kontinuierliche Betreuung im Wochenbett einen Schutzfaktor darstellt.
Pränataler Stress beeinflusst die Gehirnentwicklung des Kindes
Untersuchungen nach dem Hurrikan Sandy 2012 zeigen, wie Umweltstress in der Schwangerschaft sowohl Mütter als auch Ungeborene beeinflusst. Eine Studie mit Gehirnscans von in New York City geborenen Kindern fand Veränderungen in Hirnregionen, die für Bewegung, Lernen und Emotionen wichtig sind, bei jenen, die während des Sturms im Mutterleib waren.
Von 34 untersuchten Kindern zeigten diejenigen, die vor der Geburt Hurricane Sandy ausgesetzt waren, auffällige Veränderungen in Hirnarealen wie Putamen und Globus pallidus. Diese Veränderungen traten bei Kindern, die außerhalb des Katastrophenzeitraums heranwuchsen, nicht auf. Das deutet darauf hin, dass der Stress plötzlicher Naturereignisse die fetale Gehirnentwicklung beeinflussen kann – selbst wenn das Kind die Katastrophe nicht direkt erlebt.
Verstärkender Effekt von Hitze und Katastrophenstress
Die Studie untersuchte auch, wie extreme Hitze während der Schwangerschaft Babys beeinflusst. Hitze allein hatte kaum Auswirkungen auf die Gehirnentwicklung. Kommt jedoch Hitze mit Katastrophenstress zusammen, treten deutliche Veränderungen auf. Kinder, die vor der Geburt beiden Stressoren ausgesetzt waren, zeigten ein abnormes Wachstum in Hirnregionen, die mit Motivation und Belohnung zusammenhängen.
Die Ergebnisse aus einer kleinen Stichprobe unterstreichen, wie mehrere Stressoren in der Schwangerschaft zusammenwirken. Forschende betonen, dass mehr Untersuchungen nötig sind – zumal klimabedingte Katastrophen und Hitzewellen häufiger werden. Die Studien legen nahe, dass sowohl die Betreuung der Mütter als auch Umweltfaktoren entscheidend für die psychische Gesundheit von Müttern und die Gehirnentwicklung der Babys sind.